Hannah Folberth-Reinprecht
Brainspotting kann überall da eingesetzt werden, wo es darum geht, Probleme und Blockaden zu lösen und zu helfen, das Wohlbefinden zu erhöhen (David Grand, Entdecker von Brainspotting)

Was ist Brainspotting?

Brainspotting ist eine tiefenpsychologisch und körperorientiert fundierte Behandlungsmethode, um die neurophysiologischen Ursachen von emotionalen oder körperlichen Schmerzen, von Traumata, Dissoziationen und einer Reihe anderer Symptome aufzuspüren, zu verarbeiten und zu lösen. Die Verarbeitung traumatischer Belastungen im Gehirn geschieht ohne dass bewusste Erinnerungen vorhanden sein müssen. Ähnlich wie bei anderen traumatherapeutischen Verfahren wird bei Brainspotting mit emotional belastenden Ereignissen gearbeitet.

Während der Behandlung folgen die Augen des Klienten /der Klientin einer langsamen Handbewegung des Therapeuten/der Therapeutin durch das Gesichtsfeld des Klienten/der Klientin. Wird die kontinuierliche Augenbewegung durch eine unwillkürliche Reaktion wie zum Beispiel starkes Blinzeln unterbrochen, hat man an dieser Stelle einen Brainspot gefunden. Der stärkste wahrnehmbare Reflex zeigt einen Brainspot an.

Wohin wir schauen beeinflusst wie wir uns fühlen.

Brainspotting bedient sich dieses natürlichen Phänomens. Ein Brainspot bietet Zugang zu einem neuronalen Netzwerk, das emotionale Erfahrungen als Gedächtnisinhalte speichert, jedoch ohne Koppelung mit dem Bewusstsein. Brainspotting wirkt auf die tieferen Hirnstrukturen durch seinen direkten Zugang zum autonomen und lymbischen Nervensystem. Brainspotting ermöglicht einen Zugang bis zur Reflexebene und löst dort das Trauma als Symptom.

Es ist nicht wichtig, was wir über ein Ereignis denken, sondern wo und wie wir die Belastung im Körper wahrnehmen können.

Das Menschenbild von Brainspotting basiert darauf dass das Gehirn und das Nervensystem auf Selbstregualtion ausgerichtet sind. Das Vorgehen ist eine Weiterentwicklung von Somatic Experiencing (SE) und EMDR (Eye Movement Desensitation and Reprocessing),- mit dem Unterschied einer direkten Traumaverarbeitung im Unbewussten.
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