Hannah Folberth-Reinprecht
Trauma ist die am meisten ignorierte, geschmälerte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache für menschliches Leiden. (Peter Levine)

Ein Trauma ist eine normale Reaktion auf ein das Normale übersteigende Ereignis. Trauma ist keine Krankheit oder Störung, sondern eine Reaktion auf Verletzungen, die durch Unfälle aller Art, aber auch Krankenhausaufenthalte, Verlust früher Bezugspersonen, schwere Erkrankungen, anhaltende Überforderungen in der Kindheit, Missbrauch, Vernachlässigung in Kindheit und Adoleszenz, etc. ausgelöst werden kann. Gefühle von Lähmung und Hilflosigkeit sind die Folge, wenn das Ereignis nicht durch Kampf oder Flucht erfolgreich bewältigt werden kann. Der Organismus versucht diesem Ereignis zu begegnen, indem er alle ihm zur Verfügung stehende Überlebenskraft mobilisiert.

Kann das Ereignis nicht erfolgreich bewältigt werden, so kommt es zur Erstarrung und infolge dessen zur Abspeicherung und Abkapselung dieser Energie in unserem Organismus. Der Körper versucht die Überladung zu steuern - im Glauben, dass es sich nach wie vor ums Überleben handelt. Unangemessene Reaktionen und Symptome sind die Folge, die aber nicht kognitiv steuerbar sind, sondern mit dem ursprünglichen nicht verarbeiteten traumatischen Ereignis zu tun haben.

Ein Trauma zu verarbeiten heißt nicht, die traumatische Erfahrung wieder zu erleben. Ganz im Gegenteil: Durch Zugang zu Ressourcen im Organismus wird ein Container geschaffen, in dem die Überladung behustsam durchTtitrieren entladen und verteilt werden kann. Die Selbstregulationsfähigkeit des Körpers wird genutzt, um förderlich auf die Steuerung der Gefühle zur Selbstberuhigung einzuwirken. Innere und äußere Ressourcen sind dafür verantwortlich, ob ein Trauma entsteht oder nicht. Wesentlicher Faktor ist, wie mit dem Erlebnis umgegangen werden kann.

Traumatherapeutische Behandlung unterstützt den Organismus dabei, den unvollständigen Prozess zu Ende zu bringen. Dies ist ein behutsamer, sich am Erleben des Körpers und dessen Ressourcen orientierter Prozess.

Werkzeuge folgender Methoden kommen in meiner Praxis bei der Behandlung traumatischer Erfahrungen zur Anwendung:

Somatic Experiencing (SE)
Brainspotting
PITT Psycho Imaginative Traumatherapie (nach Dr. Luise Reddemann)
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